Die Schule Meisburg  Text aus: Internetauftritt: becker-daun.de   (Original-Text)

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Dieser Text ist dem Buch von Gerd Becker, Daun entnommen: "Meisbrecht, Meisenburg, Meisburg. Aus der Geschichte eines Eifeldorfes"

Dieser Abschnitt wird mit dem Aufsatz eines leider unbekannten Verfassers eingeleitet. Es ist jedoch anzunehmen, daß er aus der Feder eines ehemaligen Meisburger Lehrers stammt und gegen Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde. Darauf läßt zumindest das Original schließen:

Über die allerersten Anfänge der Elementarschule zu Meisburg habe ich keinerlei Urkunden auftreiben können. Daß es bei den hiesigen Bewohnern aber an den nötigsten Schulkenntnissen mangelte, wenigstens bis zum Jahre 1721, kann man aus einem Vertrage desselben Jahres folgern. Um nämlich eine zwischen dem Kloster St. Thomas und den hiesigen 16 Stockhausbesitzern ausgebrochene Streitfrage über Abgaben von Gemeindeland auf Rascheid an das Kloster zu klären, wurden die Schultheißen von Kyllburg und St. Thomas hierhin als Schiedsmänner geschickt, über die Schlichtung wurde ein schriftlicher Vertrag abgefaßt, den aber keiner der Beteiligten mit seiner Namensunterschrift versehen, sondern bloß handzeichnen konnte.

Über die hiesigen Schulverhältnisse gibt ein kirchlicher Visitationsbericht vom Jahre 1742 folgenden Aufschluß: 'Durch die Viehhut wird die Christenlehre nicht nur versäumt, sondern noch mehr der Schulbesuch unterlassen; daher sind die Kenntnisse der Kinder sehr gering, wozu auch noch beiträgt, daß kein eigenes Schulgebäude vorhanden ist.

Bei einer kirchlichen Visitation im Jahre 1777 fand der Visitator die Schule und den Unterricht in gutem Stande.

Aus dem Jahre 1782 fand ich folgenden Vortrag vor: 'Heut zu dem unten gesetzten Dato bekenne ich unterschriebener Wilh. Lehnen, früher alt gewesener Köster und Schullehrer zu Meisburg, daß ich mit Schuldes, Bürgermeister und Vorsteher einig geworden, daß ich von Allerheiligen Schul auf halde bis Ostern um den Lohn wie folgt örtlich von jedem Haus ein St. Thomaser Lither Korn so ungefähr ausmacht 16 Lither. Zweitens von jedem Kind 12 Albus an Geld, so jetzt dieses macht 6 Rthlr. So nehm ich oben gemeldeter Schullehrer diese Schul auf Lebzeit an vor den alten Lohn. Hergegen bin ich dausendfällig dankbar, wenn etwas freiwillig aus Churfürstlichen Gnaden dar gereicht wird. Geschehen Meisburg, den 14ten October 1782.


W. Lehnen Schullehrer,
H. Blonzen Schuldes,
Jacob Weiler Vorsteher,
Jos. Zirwes Bürgermeister,
Wilh. Weber Vorsteher.

Aus diesem Schriftstück bewahrheitet sich die Überlieferung, daß bis zum Jahre 1815 nur im Winter Schule gehalten wurde. Im Herbste accordierten die Bauern also mit einem ihnen geeignet erscheinenden Manne für den Winter. Große Ansprüche wurden von keiner Seite gemacht. Konnte der Kandidat einigermaßen lesen, schreiben und rechnen, so war die Gemeinde zufrieden. Der andere Teil begnügte sich, wie oben schriftlich, mit geringem Lohn.

War der Kandidat nicht aus dem Orte, so erhielt er nur gewöhnlich 12 Albus pro Kind. Dieser ging dann zu Ostern dahin, wo er hergekommen, arbeitete bei den Bauern im Tagelohn oder betrieb ein Handwerk. So wurde mir erzählt, daß einst ein solcher Lehrer, der ein Schreiner war, sein Handwerk während der Schulzeit betrieb. Ein anderer hatte Fertigkeiten im Schnitzeln, welche Kunst er ebenfalls im Schullokale betrieb, wieder ein anderer flocht Körbe. War der Lehrer verheiratet, so saß dessen Frau während der Schulzeit mit dem Spinnrad oder einer anderen Arbeit im Schulzimmer.

Da der Unterricht sich auf Lesen, Schreiben und Rechnen beschränkte, waren nicht viele Lehrmittel erforderlich. Auch an einen planmäßigen Unterricht konnte man nicht denken, weil das Lehrpersonal selbst auf zu niederer Bildungsstufe stand. Die Schiefertafel war unbekannt. Mit 7 Jahren ging das Kind, wenn auch nicht später, zur Schule. Es mußte dann tagtäglich einige Scheiter Holz mitnehmen, da die Gemeinde als solche den Brand noch nicht stellte.

Als erstes Lesebuch bekam das Kind das "Titelbuch". Es ist mir gelungen, ein solches aufzutreiben. Der Titel heißt: 'Titelbuch, worin die neuesten Ingressen, Clausulen in Bittschriften, Glückwünschen etc., wie auf rechtmäßige Titulaturen auf hohe und niedere Staatspersonenbriefe und andere Schreibfomularen nach heutigem Brauch begriffen. Der jung und alt zu einer Vorschrift lesen und schreiben zu lehren noch nöthig und zu gebrauchen nützlich. Im Jahre 1777. Mit Ihro Römischer Kaiser l. Majestät Erlaubnis. Bei Joh. Wilh. Steinbüchel, Cöln.

Es enthält das große und kleine Alphabet, dann der Reihe nach jeden einzelnen Buchstaben des Alphabetes in Verbindung mit dem kleinen 'm' so: Am, am, bm, cm usw., das für sämtliche Übungen. Dann folgt: 'Kurze Anleitung zum Briefeschreiben', in welcher alle erforderlichen Regeln für Form und Inhalt eines Briefes gegeben sind. Es folgen nun Titulatur und Bittschriften usw., an in dieser Zeit vornehmsten Postamenten wie Königen, Fürsten, Grafen und Herren auf niederem Stand, wie zum Beispiel einem geistlichen Churfürsten der ein geborener Fürst, einem Erzbischofen aus fürstlichem Stamme, einem Reichsgrafen so ein Dom-Herr, einem Pfarr-Herren oder Canonicum so Doktor der hl. Schrift oder Dechant ist, an einen König, an einen Churfürsten usw..

Die Druckschrift lernte das Kind nach der Buchstabiermethode in einem beliebigen Gebetbuche. Jedes Kind wurde einzeln vorgenommen, klassenweise wurde nicht unterrichtet. Die befähigten Knaben lernten auch noch lateinische Druckschrift und die Versperpsalmen aus dem Vesperbuche. Handschriften wurden von zu Hause mitgebracht und Leseübungen daran vorgenommen. Nur die Knaben lernten schreiben und rechnen und lesen, die Mädchen nur deren wenige. Einige Handschriften aus dieser Zeit sind sehr schön. Manches Kind schrieb gut, konnte es aber nicht lesen. So konnte der J. B. von hier, den ich persönlich kannte, jede Schrift nachschreiben - nachzeichnen - und ganz hübsch, aber lesen konnte er es nicht.

(Autor und Datum unbekannt).

Drei Schreiben aus den Jahren 179o/91 geben Aufschluß über Meinungsverschiedenheiten zwischen Gemeinde und Schullehrer, über die dem Letzteren zustehenden "Gemeinds Nutzbarkeiten" (Nutzungsrechte an Gemeindeeigentum). Trotz einer unmißverständlichen Anordnung von höherer Stelle mußte der Amtskellner der, wie er sich ausdrückte, "halsstarrigen Gemeind Meisburg", die "Execution" der Forderungen des Schullehrers androhen:

Decretum wird anderseitiger Regierung Conclusum de Curr: der gemeind Meisburg zur sträflicher befolgung und dem Schullehrer Plum zur Nachricht mitgetheilt. Trier den 5ten april 1791. Kinius."

"In Sachen Schullehrer zu Meisburg gegen dasige Gemeinde. Decretum! Auf repruduction des Verordnungsmäßigen Amts Resoluti vom 3. September cum Execut de 5ten ejus nup; ferneren des Schullehrers Contumacien anklag der halsstarrigen Gemeind Meisburg nicht befolgung ist die Execution repruducti dergestalt erfolgt, daß, sofern die Gemeind nicht innerhalb 8 Tagen in Insinuation dieses docirt wird, daß sich mit klagendem Schullehrer vereinbart, der Amtsbott nach Meisburg zur Execution abgehen, und bis deren Churfürstlichen Regierung Conclusis Commisions und Amtsbefehlern genügen geschehen, liegen bleiben solle. Trier, den 27. September 1791, Kinius."

"Der Gemeinde Meisburg ist befohlen den Einwohnern des Schulhauses nicht allein ungestört wohnen zu lassen  (Anmerkung: vermutlich verweigerte man dem Lehrer die Wohnung, da in ihr ein anderer 'Einwohner' wohnte) und bis auf anderweiterer ergangener Verfügung nichts nachtheiliges wider den Schullehrer zu unternehmen sondern auch nächst künftigen freitag morgens 9 Uhr mit dem Schullehrer auf dem amtshaus zu Kilburg sich einzufinden und gegeneinander summaire Vernehmen zu lassen, was beide theile in betref des Jahrlingsgehalts und besonders des zu verkaufenden Holz ertragen wirt vorgehalten werden. Trier, 18. May 179o, Kinius, Amtskellner."

"Auf folgleistlich unthen bericht mit gehlsten, anfügen acciusi et priorum von Seithen des Amts Kylburg ad causam der Gemeind Meisburg wider dasigen Schullehrern Plum in betreff Gemeinds Nutzbarkeiten und was nach Herkommen darunter verstanden. Reind: mit anfügen, daß es lediglich bey dem Inhalt der deutliche sprechenden Churfürstlichen Verordnung vom 16. April 1789 sein bewenden haben müsse und dieser Zufolg von allen denjenigen Gemeinds Nutzbarkeiten, wo von jeder Gemeinds bürger nach Abzug dessen, was auf Tilgung Gemeindsschulden und lasten, oder für ordentliche Gemeinds Nothwendigkeiten Verwendet wird, einen antheil oder gemäß beziehet, auch in gleichem Maaß dem Schullehrer sein antheil herzugeben seyn: Welche nach das Amt die gemeind zu bescheiden und anzuweisen hat. Coblenz in C. E. A. den 2. April 1791.

Am 15. September 1848 schreibt der Bürgermeister der Bürgermeisterei Üdersdorf (die Bürgermeisterei Weidenbach, der Meisburg angehörte, wurde vorübergehend von Üdersdorf mit verwaltet) an den königlichen Landrat, Herrn Selafinsky in Daun:

"Antrag der Gemeinde Meisburg auf Anstellung eines besonderen Lehrers und Küsters: Die genannte Gemeind, welche in der Ackerwirtschaft allen der Bürgermeisterei Weidenbach vorgegangen ist, möchte auch mit der Jugendbildung den selben vorläuten und hat zu dem Ende die Trennung von der Schule Deudesfeld, mittelst Antrag auf Anstellung eines eigenen Lehrers und Küsters für ihre Gemeind, beansprucht auch zu dem Ende, einen Gehalt einschließlich der Gemeindenutzung, welche mindestens 1o Reichsmark jährlich an Wert hat, von 121 Reichsmark stipuliert.

Da dieses Gehalt für eine so gemächliche Stelle wie Meisburg allerdings hoch und annehmbar ist, so beehre ich mich Euer Hochwohlgeboren in der Anlage das Gesuch der ganzen Gemeinde ganz gehorsamst vorzulegen mit der ehrerbietlichen Bitte, solches höheren Amts unter geeigneter Bevorwortung gefälligst einreichen zu wollen. Der Bürgermeister, Weber."

Am 28 November 1848 antwortet die Königliche preußische Regierung, Abteilung des Innern, Trier:

"Den uns mittels Marginalberichts vom 18. Tag 4533 eingereichten Beschlüssen des Gemeinderats zu Meisburg vom 26. Sept. und 19. Okt., nach welchen die Gründung einer eigenen Schule für diese Gemeinde respektive die Abtrennung derselben aus dem Schulverband Deudesfeld notiert und das gesamte Lehrergehalt auf 91 Taler baar, aufbringlich zu 2/3 aus der Gemeindskasse und 1/3 durch das Schulgeld, sodann freie Gemeindenutzung und freie Wohnung nebst Nutznießung einer von der Gemeinde zu beschaffenden Baumschule von 5o Ruthen und endlich 11 1/2 Scheffel Korn als Gehalt für das, mit der Schulstelle zu verbindende Küsteramt normiert worden ist, und den Gemeinderatsbeschlüssen von Deudesfeld, 26. September, erteilen wir hiermit unsere Genehmigung und werden sofort einen Lehrer ernennen. Auf dem unterm 18. Tag zu Protokoll gegebenen Einspruch des Lehrers in Deudesfeld gegen die Gründung der vorbemeldeten Schule, weil er dadurch eine Gehaltsschmälerung erleide, hat nicht berücksichtigt werden können, da er in seiner Ernennungsurkunde vom 14. Oktober 1829 nur provisorisch für die beiden Gemeinden Deudesfeld und Meisburg angestellt und ihm daher auch selbstendend die mit der Schule verbundene Besoldung nur provisorisch zugesichert worden ist. Hierdurch wollen Sie denselben bescheiden und die Gemeindevorsteher und Schulvorstände in Kenntnis setzen und veranlassen, was weiter erforderlich ist."

Im Jahre 1868 entschließt man sich in Meisburg zum Bau einer neuen Schule. Baumeister Brück aus Wittlich, der mit den Planungen beauftragt wurde, beginnt seinen Erläuterungsbericht zur Bauplanung mit folgendem Satz: "Der vorhandene Schulsaal zu Meisburg ist für die laut anliegender amtlicher Bescheinigung gegenwärtig aus 52 Schulpflichtigen bestehende Gemeinde einesteils zu klein und auch zur durchaus notwendigen Vergrößerung, der dort bestehenden jetzt zu beschränkten Lehrerwohnung unentbehrlich, weshalb die Erbauung eines neuen Schulhauses in Aussicht genommen ist, welches einen Schulsaal für 1oo Kinder, sowie die jetzt noch mangelnde Scheune, einen Stall, einen Keller und die erforderlichen Schulabtritte enthalten soll, da im jetzigen Schulhaus eine passende Lehrerwohnung bei Benutzung des vorhandenen Schulsaales dazu, daselbst besteht."

Über einen passenden Standort für das zu bauende Schulhaus wird man sich im Dorfe lange Zeit nicht einig. Vier verschiedene Grundstücke, rund um den Kirchenbering, stehen zuerst zur Debatte. Bei sechs Mitgliedern des damaligen Gemeinderates entstehen dann auch vier abweichende Auffassungen. Am 8. Januar 1869 werden diese Meinungen in einer Sitzung des Gemeinderates in einer Niederschrift festgehalten. Die Niederschrift endet mit dem Satz: "Schließlich wird insgesamt bemerkt, daß jedes Ratsmitglied an seiner gemachten Erklärung festhält".


So wie es im ersten Augenblick scheint, gingen die Meinungen nun doch nicht auseinander. Von den vier Baustellen standen nur noch zwei zur Debatte, eine beim Brandweiher, die andere direkt am vorhandenen alten Schulgebäude. Unschlüssig war man sich, ob der Verlegung des Brandweihers und des Borkümpels zugestimmt werden sollte.

In einem Schreiben an das Königliche Landratsamt zu Daun vom 1o. Januar, gibt der Bürgermeister der Bürgermeisterei Üdersdorf seinem Unmut über den Gemeinderat freien Lauf: "Zur Erwerbung einer Baustelle auf dem Privatwege sucht jeder sein eigenes Interesse, das der Gemeinde wird nicht in Betracht gezogen, infolge dieses Umstandes, daher zur Wahl der Baustelle, keine Einigung im Rate."

Die Einigung muß dann doch gekommen sein, denn das vorhandene Schulgebäude wurde erweitert. Es war bis zu Fertigstellung der neuen Schule im Jahre 1939 in Betrieb und dann wieder, nachdem diese ausgebrannt war, bis zum Jahre 1951.

Am 13. September 1875 erscheint der Sauhirt Johann Peter Weber von Meisburg auf dem Königlichen Landratsamt zu Daun und erklärt, daß es bisher Brauch gewesen, daß der Beginn des Schulunterrichts zu Meisburg durch das Läuten einer Glocke öffentlich verkündet worden sei. Dieser Brauch sei seit einiger Zeit aufgegeben worden. Dadurch habe sich der Mißstand eingestellt, daß die Kinder nicht pünktlich zur Schule geschickt werden könnten, weil die Uhren teils ungleichmäßig oder unregelmäßig, teils gar nicht gingen.

Auf Grund dieser Beschwerde fragte der Landrat beim Bürgermeister in Niederstadtfeld an, ob diese begründet sei. Wenn ja, solle dem Lehrer zu Meisburg aufgegeben werden, jeden Schultag vor Beginn des Unterrichts die Schulglocke läuten zu lassen. Der Bürgermeister reicht seinen Bericht beim Landrat ein: "Nach mündlicher Angabe des Lehrers von Meisburg war es dort nie Gebrauch, daß morgens zur Schule geläutet wurde, vielmehr ging früher die Schule nach der Messe an. Nach Erlaß der neueren Schulgesetze wurde an der Bestimmung festgehalten, daß im Sommer um 7.oo Uhr die Schule beginne. Soll des morgens zur Schule geläutet werden, dann würde in der Regel dies während der Messe geschehen müssen, wodurch unliebsame Störungen verursacht würden. Eine eigene Schulglocke ist nicht vorhanden, vielmehr muß die Kirchenglocke benutzt werden, was für den Lehrer, welcher nicht Küster ist, mit Unannehmlichkeiten verbunden ist."

Als erster Lehrer wird 1782 ein Wilh. Lehnen genannt, danach 179o und 1792 ein Lehrer Joh. Matthias Blum. Der letztgenannte war der Lehrer des Anton Servatü, dem in diesem Buch eine längere Abhandlung gewidmet ist.

Am 28. November 1848 wird der Lehrer Joh. Peter Schütz aus Ormont, 3o Jahre alt, an die neugegründete Schule in Meisburg versetzt. Das Küsteramt ist mit der Lehrerstelle verbunden. Ihm werden von der Gemeinde 1 Morgen Gemeindeeigentum "behufs" Anlegung einer Baumschule und eines Gartens zugewiesen. Er erhält als Küsterlohn von jeder Ehe 1 Sester Korn "thut" im Durchschnitt auf 36 Ehen 2o Thaler." Während einer Erkrankung wurde der Lehrer Schütz von einem gewissen Simon Eull aus Niederstadtfeld vertreten, der schon früher zur Zufriedenheit die Winterschule in Meisburg verwaltet hatte.

Am 1. Oktober 1853 folgt der Lehrer Simon Adams aus Niederstadtfeld. Am 17. Februar 189o übernimmt die Schulamtsbewerberin Karoline Ehses aus Zeltingen die Vertretung des erkrankten Lehrers Adams. Die Vertretung dürfte jedoch nur von kurzer Dauer gewesen sind, ebenso wie die Vertretung durch den Schulamtsbewerber Wilhelm Karls aus Heckenmünster ab dem 26. April 1897.


Am 1. November 1897 wird der Lehrer Johann Baptist Turner mit einem Diensteinkommen aus der Staatskasse von jährlich 5oo Mark angestellt. Am 31. März 19o1 wird er aus dem Schuldienst in Meisburg entlassen.

Vom 15. April 19o1 bis zum 1. November 19o5 ist Friedrich Wagner Lehrer in Meisburg. Mit der Verwaltung der Schulstelle zum 1. Januar 19o6 wird der Schulamtsbewerber Johann Watrain aus Malstatt-Burbach beauftragt. Am 2o. August 19o6 wird er in seinem Amte als Lehrer bestätigt und am 1. September 19o9 fest angestellt. Wegen einer Versetzung nach Bombogen, verläßt Lehrer Watrain am 31. Oktober 191o Meisburg.

Am 19. Oktober 191o teilt die Königliche Regierung Trier, Abteilung für Kirchen und Schulwesen mit, daß man aus Mangel an Lehrkräften nicht in der Lage sei, die Schulstelle in Meisburg zu besetzen. Der Schulvorstand von Meisburg wird ermächtigt, die Stelle öffentlich auszuschreiben.

Am 1. April 1911 wird der Schulamtsbewerber Peter Bidinger nach Meisburg als Lehrer entsandt. Am 1. Juni des gleichen Jahres wird er nach der Entlassung vom Militär als Lehrer bestätigt und mit Wirkung vom 1. Januar 1914 zum Lehrer in Meisburg ernannt. Er verläßt Meisburg am 1. Juni 1919 und kommt zum Schulverband nach Bausendorf, Kreis Wittlich. Aus der Feder dieses Lehrers stammt die Geschichte in diesem Buch: "Es war vor 5o Jahren."

Ihm folgte der Schulamtsbewerber Viktor Weis aus Immerath am gleichen Tage. Er blieb bis zum 1. April 193o und wurde dann aus dem Schuldienst in den Ruhestand entlassen. Während dieser Zeit kamen auch einige Hilfslehrerinnen nach Meisburg, und zwar am 1. April 1928 Angela Massem und am 1. Januar 1929 Sofie Lesniakowski, Essen. Die nach Meisburg beorderte Maria Dorndorf aus Neuss scheint nicht gekommen zu sein, denn die Stelle wurde am 1. Juli 1929 mit Erna Hermann, Mönchen-Gladbach, besetzt.

Am 1. April 193o kam der Lehrer Franz Henkel. Ihm zur Seite standen die Hilfslehrerinnen Maria Becher, Oberlahnstein,ab dem 1. Februar 1931 und vom 1. Oktober des gleichen Jahres an Barbara Morbach aus Cönen. Lehrer Henkel wurde während des 2. Weltkrieges eingezogen und am 28. Januar 1946 nach Feusdorf versetzt. Am 1. Oktober 1944 kam die gebürtige Meisburgerin Maria Stadtfeld.

Nach dem Kriege war in den ersten Jahren ein regulärer Schulbetrieb nicht immer möglich. Die Schule fiel oft über mehrere Monate aus, weil ein Lehrer fehlte. Erst ab 1949 war wieder ständig eine Lehrkraft in Meisburg eingesetzt.

In dieser unsteten Zeit war eine Frau Freyberg aus Trier, Lehrerin in Meisburg. Ihr folgte Agnes Schüller, die am 1. April 1949 versetzt wurde. Am gleichen Tage kam Lehrer Günter Bohn, danach vom 1. Januar bis 1. Februar 195o Lehrer Alois Hermes und vom 1. April 195o Wilhelm Becker. Franz Kersting folgte am 1. Juni 195o. Er verließ Meisburg am 1. Dezember 1952. Vom 16. Oktober 195o bis zum 16. September 1952 war eine zweite Lehrerstelle besetzt, und zwar durch Gerta Swaton. Ihr folgte am I.November 1952 Hedwig Junk.

Lehrer Edmund Rieker bildet den Schluß in der langen Reihe Meisburger Schullehrer. Er begann seinen Dienst in Meisburg am 1. Mai 1953 und war über 25 Jahre ohne Unterbrechung an der Schule in Meisburg bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1978 tätig.

Verschiedene Nachschlagewerke befassen sich ebenfalls mit dem Beginn des Schulwesens in Meisburg, so das Handbuch des Bistums Trier von 193o und Andere. Sie berufen sich hauptsächlich auf kirchliche Visitationsberichte aus früherer Zeit:

"Die winzige Gemeinde, 1611 11 Familien und 1684 nur 8 Feuerstellen hatte es schwer, die von Erzbischof Lothar von Metternich 1622 geforderte Pfarrschule einzurichten. Das Volk wollte von einer solchen Einrichtung noch lange nichts wissen. Noch 1743 fehlt in Deudesfeld, Salm und Meisburg das Schulhaus. Auch der Besuch des Unterrichts, der meist vom Pfarrer erteilt wurde, war längst nicht der gewünschte. 1777 ist ein Lehrer vorhanden; er genügt seinem Amte. 1819 ist bereits eine kleine Stiftung für 6 arme Kinder da. Und mit der Besoldung mag es ganz kümmerlich ausgesehen haben; 1743 'von jedem der 16 Häuser nur ein Sester Korn und an Schulgeld je nach dem abgeschlossenen Vertrag so wenig wie möglich'. 183o ist ein neues Schulhaus da, in dem für die Kinder von Deudesfeld und Meisburg Unterricht erteilt wird. Lehrer ist damals Matthias Kreuter aus Üdersdorf, 27 Jahre alt, vorgebildet bei Devora in Trier."

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