TV-Foto: Vladi Nowakowski

Text und Foto übernommen aus: Trierischer Volksfreund vom 17.08.2012  Autor: Vladi Nowakowski

Jede Menge Platz für Kinder

Es herrscht wieder Leben in der Bude: Während der monatelangen Umbauarbeiten an der Grundschule Wallenborn findet der Unterricht in der 2011 aufgegebenen Grund- und Hauptschule in Niederstadtfeld statt.

Niederstadtfeld. Eigentlich ist das riesige Schulgebäude mit dem Charme der 1970er Jahre überdimensioniert. "Doch ein Unterricht in Wallenborn in all dem Staub und Lärm während der Bauarbeiten wäre nicht möglich", sagt Rektor Manfred Gorges.

Bestens ausgestattet

So sei der Beschluss der Verbandsgemeinde Daun, die Grundschule nach Niederstadtfeld auszulagern, die beste Lösung für die Kinder. Eine Alternative hätte es auch nicht gegeben - die Räume der Grundschule Salm, die ebenfalls als mögliches Ausweichquartier galt, waren zu klein, überdies wird der Schulstandort im Oktober geschlossen. In den Ferien herrschte Hochbetrieb für Hausmeister Werner Giebels und Schulleiter Gorges, denn in dem riesigen Schulgebäude, in dem einst rund 550 Kinder und Jugendliche unterrichtet wurden, herrschte gähnende Leere: Das, was noch an Einrichtung brauchbar war, wurde auf umliegende Schulen aufgeteilt, der Rest entsorgt. "Da hat sich in 40 Jahren einiges angesammelt", sagt Manfred Gorges. Hausmeister Giebels hat die drei Klassenräume, die von den 42 Schülern und vier Lehrern benutzt werden, bestens ausgestattet: Tische, Stühle, Tafeln und alle anderen Arbeitsmaterialien waren pünktlich zum Schulbeginn vorhanden. Ein neuer Telefonanschluss musste her, Internet wurde installiert, und einige Wände brauchten einen neuen Anstrich. "Wir haben jetzt alles, was wir brauchen", sagt Michaela Krag, Lehrerin der kleinen Schule im Riesengebäude. "Vor allem haben wir jede Menge Platz." In der Pause fällt das gigantische Platzangebot sofort ins Auge. 42 Kinder spielen, rennen und hüpfen auf einem Schulhof herum, der gut eineinhalb Fußballfelder groß ist. "Es ist toll hier", sagt der sechsjährige Richard Meiser. Er ist frisch eingeschult, hatte sich aber die Grundschule in Wallenborn schon angeschaut. "Die steht genau gegenüber von unserem Haus und hat einen Sandkasten", weiß er zu berichten. In Wallenborn hätte Richard einen kurzen Fußweg zur Schule, aber: "Das Busfahren ist super, der Bus hüpft so schön", sagt er. "Der Schulweg der Kinder hat sich durch die Anfahrt um zehn Minuten verlängert", sagt Manfred Gorges. "Die Umstellung der Fahrtroute hat reibungslos funktioniert", sagt der Schulleiter, der nie damit gerechnet hatte, an seine alte Wirkungsstätte, die bis vor wenigen Tagen verwaiste Grund- und Hauptschule Niederstadtfeld, zurückzukehren. "Einen Vorteil hat das Ganze", meint er: "Ich kenne mich hier bestens aus." Aus der Sicht der Kinder der dritten und vierten Klasse hat der Umzug auch Nachteile: "Klar, wir haben viel Platz für uns alleine", sagen sie. "Aber die Schule ist alt - und die Toiletten auch." "Quatsch! Die Klos sind geil", ruft ein Schüler und zieht damit den strengen Blick seiner Religionslehrerin auf sich.

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